Stammen alle Hunde vom Wolf ab? Warum sehen die Hunderassen so unterschiedlich aus?

Lange Zeit rätselten die Menschen über die Abstammung des Hundes. Klar war natürlich, dass es ein Tier sein musste, das dem Hund einigermaßen ähnlich sah. Das Eichhörnchen oder die Kuh schieden somit aus. Der nächste Verwandte des Hundes musste demnach ein hundeartiges Tier sein. Da kamen einige Vierbeiner in Frage: der Schakal, der Fuchs, der Wolf, der Kojote, der Polarfuchs, der Wüstenfuchs oder gar die Hyäne.
Berühmte Forscher hielten außer Wolf und Goldschakal auch den Fuchs, die Hyäne, den Kojoten, den Eisfuchs und andere Arten für die Vorfahren des Haushundes. Nach ihrer  Meinung wäre ein einziger Vorfahr niemals in der Lage gewesen derart viele Hunderassen, die so unterschiedlich aussehen, hervorzubringen.

Doch alle berühmten Köpfe irrten sich mehr oder weniger. Denn neueste genetische Untersuchungen belegen eindeutig, dass einzig und allein der Wolf der alleinige Stammvater aller Hunde ist.

Aber warum sehen viele Hunde ganz anders aus als Wölfe und wie wurde der Wolf zum Hund? Klar, diese Frage wirst du dir nun sicherlich stellen. Wie wurde der Wolf zum Pudel?

Vor Millionen Jahren waren Menschen und Wölfe erfolgreiche Jäger, die sich über den ganzen Erdball ausbreiteten. Die außerordentlichen Jagdfähigkeiten des Wolfes haben sich die Menschen zu Nutze gemacht. Unklar ist bis heute, ob der Wolf zum Menschen kam oder ob der Mensch ihn sich geholt hat.

Als gezähmten Tieren veränderte sich der wilde Wolfe über die Generationen automatisch. Die Hormone, die eine Rolle bei Angst und Stress spielen, sinkt. Die Glücksbotenstoffe im Gehirn steigten. Auch die Haut- und Fellpigmente ändern sich. Schädel, Gehirn und Körperform der gezähmten Tiere schrumpfen als Anpassung an ihre neue Lebensweise als Aasfresser, denn sie werden ja gefüttert und müssen nicht mehr jagen. Nach vielen Generationen werden schließlich auch die einst gespitzten Ohren schlapp.

Nachdem sich also der Wolf von selbst äußerlich veränderte, griff der Mensch weiter ein.

Ein Wolf mit Schlappohren wurde vielleicht mit einem Wolf mit recht kurzen Beinen gekreuzt. Und irgendwann nach tausenden von Jahren hatte der Mensch den Cocker Spaniel oder den Dackel gezüchtet. Ähnlich ging es mit all den anderen Hunderassen. Bestimmte Merkmale wurden so lange gezüchtet, bis eine neue Hunderasse entstand. Zahlreiche ehemalige Eigenschaften des Wolfes sind bei vielen Hunden offenbar verschwunden. Doch Vorsicht! Im tiefsten Innern sind alle Hunde immer noch wilde Wölfe. Auch, wenn sie noch so treu und verspielt sind. Und manchmal kommt der Wolf wieder durch. Der Wolf ist ein Rudeltier und braucht seine Rangordnung. Deshalb musst du auch bei deinem Hund immer und überall der "Leitwolf" sein. Lass ihn nie daran zweifeln, den gezähmten Wolf, denn das könnte gefährlich werden.

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